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Weniger Google-Traffic durch KI: Was die 68 % bedeuten
Die neue Zero-Click-Zahl von SparkToro stammt aus den USA, die deutschen Daten sind älter und dünner. Was beide wirklich zeigen und wie Sie in der Search Console prüfen, ob Ihre Fachseiten betroffen sind.
Von Januar bis April 2026 endeten bei Google gut 68 Prozent aller Suchanfragen ohne einen einzigen Klick, so eine Auswertung von SparkToro auf Basis von Similarweb-Daten1. Die Zahl geht gerade durch die Fachpresse. Für Ihre Website sagt sie wenig, solange Sie nicht wissen, welche Ihrer Seiten betroffen sind und welche nicht.
Was hinter der Zero-Click-Zahl steckt
Die Analyse stammt von Rand Fishkin und seiner Firma SparkToro. In 68,01 Prozent der Suchen klickte niemand auf ein organisches Ergebnis, eine Anzeige oder einen Google-Dienst wie Maps oder YouTube (t3n)1. 2024 lag der Wert noch bei 60,45 Prozent, damals gemessen mit Daten von Datos; einen schnelleren Anstieg hat Fishkin im vergangenen Jahrzehnt nicht gesehen1.
Die Zahlen gelten für die USA, Werte für die EU will SparkToro nachliefern. Gezählt wurde nur die Suche im Browser, nicht die Google-App, und mobil galt eine Suche schon nach zehn Sekunden ohne Aktivität als beendet. Wer nach der Suche auf Google Maps wechselt, zählt außerdem als Klick, obwohl Ihre Website davon nichts hat1. Für Seitenbetreiber ist die Lage also eher ungünstiger, als die Zahl vermuten lässt.
Google sieht es naturgemäß anders. „Google Search is AI Search“, sagt Googles EMEA-Chefin Debbie Weinstein und verweist auf 2,5 Milliarden Nutzer der AI Overviews im Monat; gesucht werde mehr als früher und in längeren Fragen1. Nur endet die Suche immer öfter in Googles eigener Antwort.
Weniger Google-Traffic durch KI: die Zahlen aus Deutschland
Für den deutschsprachigen Raum gibt es weniger und ältere Daten. Nach dem Start der KI-Übersicht in Deutschland am 26. März 2025 hat die Advertorial-Agentur Wordsmattr 125 Landingpages ausgewertet, die für über 1.000 Keywords in Deutschland und Österreich auf Seite eins stehen (it-daily)2. Ergebnis: im Schnitt 17,8 Prozent weniger Klicks, bei manchen Seiten bis zu 40 Prozent3. Die Impressionen sanken nur um 1,2 Prozent, die Klickrate um 14 Prozent3.
Der Zeitraum war kurz, gut eine Woche gegen dieselbe Zeit davor3, und eine Agentur ist kein neutrales Institut. Als Richtwert taugt die Studie trotzdem, weil sie zum Bild aus den USA passt. Dort sanken laut Seer Interactive die organischen Klickraten bei Anfragen mit KI-Übersicht zwischen Januar 2024 und Januar 2025 um bis zu 55 Prozent, am stärksten bei informatorischen Suchanfragen3.
Genau hier liegt das Problem für B2B. Fachartikel, Ratgeber und Erklärseiten, mit denen viele Mittelständler seit Jahren Anfragen erzeugen, beantworten informatorische Fragen. Diese Seiten verlieren zuerst.
Warum ein gutes Ranking nicht mehr reicht
Ihr Ranking misst, wo Ihr Link steht. Die KI-Übersicht steht darüber und beantwortet die Frage, bevor jemand bis zu Ihrem Link kommt. Platz drei für „Wartungsvertrag Kälteanlage Pflichten“ war früher ein verlässlicher Strom von Besuchern. Heute ist er eine Zeile unter einem Absatz, den Google aus mehreren Quellen zusammenschreibt.
Die Wordsmattr-Studie enthält aber auch eine Beobachtung, die Mut macht. Die KI-Übersicht nennt teils Seiten, die im klassischen Ergebnis erst ab Position 12 stehen, und bezieht aktuelle Inhalte häufiger ein3. Einige Websites legten bei den Impressionen sogar um 50 Prozent zu (Basic Thinking)2. Sichtbarkeit wandert also zum Teil vom Ranking in die Antwort. Wie Sie dort als Quelle vorkommen, beschreibt Wie Answer Engines die Suchmaschine ablösen.
Für einen B2B-Anbieter ist der verlorene Klick deshalb nicht automatisch ein verlorener Kunde. Eine Einkäuferin, die in der KI-Übersicht Ihren Namen liest, sucht später vielleicht direkt nach Ihnen. Diese Spur finden Sie nicht in den Klicks auf den Fachartikel. Sie steht in den Suchen nach Ihrem Firmennamen.
Wie Sie messen, was bei Ihnen passiert
Die Google Search Console zeigt den Effekt, wenn Sie die Daten trennen. Eine Gesamtkurve für die ganze Website verwischt ihn, weil Markensuchen und Fragesuchen sich gegenseitig ausgleichen.
Bilden Sie zwei Gruppen von Suchanfragen. In die eine kommen alle Anfragen mit Ihrem Firmen- oder Produktnamen. In die andere die Fragen, also Anfragen mit „was“, „wie“, „warum“ oder „Kosten“. Der Filter für Suchanfragen in der Search Console nimmt reguläre Ausdrücke, ein Ausdruck wie ^(was|wie|warum) reicht für den Anfang. Vergleichen Sie beide Gruppen mit demselben Zeitraum im Vorjahr, damit Saison und Ferien das Bild nicht verzerren.
Sinken bei den Fragen die Klicks, während die Impressionen halten, ist das die KI-Übersicht. Steigen zur gleichen Zeit die Markensuchen, werden Sie gelesen, nur an anderer Stelle. Sinken beide, verlieren Sie Sichtbarkeit insgesamt, und dann hilft es nicht, einzelne Artikel umzuschreiben. Zum Schluss lohnt der Blick ins Kontaktformular: Woher kamen die Anfragen vor einem Jahr, woher kommen sie heute? Was ein ausbleibender Besuch in entgangenen Anfragen kostet, rechnet Was kostet Unsichtbarkeit in KI-Antworten? vor.
Was Sie diese Woche tun
Legen Sie in der Search Console die beiden Filter an und notieren Sie für Ihre zehn wichtigsten Fachseiten Impressionen, Klicks und Klickrate gegen das Vorjahr. Das ist eine Stunde Arbeit. Danach wissen Sie, ob die Auswertung von SparkToro Ihr Problem beschreibt oder eine Statistik aus den USA. Wenn Sie Ihre Zahlen mit uns durchgehen wollen: Potenzial-Check buchen, 30 Minuten direkt mit dem Gründer4.
Quellen
- t3n: KI frisst Klicks – SparkToro/Similarweb Zero-Click-Analyse (10.06.2026)
- Basic Thinking: Übersicht mit KI lässt Traffic deutscher Websites einbrechen (11.04.2025)
- it-daily: Google AI Overviews – Deutsche Websites verlieren Traffic (Wordsmattr-Studie, 07.04.2025)
- dataso: Reaktionsversprechen & Erreichbarkeit (ev-12)
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