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Schatten-IT im Handwerk: Warum Ihre Excel-Tabellen ein Sicherheitsrisiko sind

Die Einsatzplanung in einer privaten Tabelle, Kundenfotos im Messenger, Stundenzettel in der Cloud der Auszubildenden: Woran Sie Schatten-IT erkennen und in welcher Reihenfolge Sie sie loswerden.

Dawid SochackiVeröffentlicht am Aktualisiert am 4 Min Lesezeit
Schatten-IT im Handwerk: Warum Ihre Excel-Tabellen ein Sicherheitsrisiko sind und wie Sie es beheben

Schatten-IT ist alles, was in Ihrem Betrieb Daten verarbeitet, ohne dass es jemand bewusst entschieden hat: die Excel-Tabelle des Meisters für die Einsatzplanung, die Messenger-Gruppe mit Kundenfotos, der private Cloud-Speicher mit Stundenzetteln. Jede dieser Lösungen entstand aus Zeitdruck, und jede ist ein Sicherheitsrisiko, das Ihnen erst auffällt, wenn etwas weg ist.

Wie Schatten-IT im Handwerk entsteht

Niemand führt Schatten-IT ein. Sie wächst. Der Meister braucht morgens schnell einen Überblick, wer wo ist, und legt eine Tabelle an. Der Monteur fotografiert den Wasserschaden und schickt das Bild dem Büro über den Messenger, den er ohnehin offen hat. Die Auszubildende speichert die Stundenzettel in ihrer privaten Cloud, weil der Bürorechner von zu Hause nicht erreichbar ist. Drei Jahre später hängt die Abrechnung des Betriebs an Dateien, die auf fünf Geräten liegen, von denen niemand ein Backup hat.

Das ist kein Vorwurf an die Mitarbeiter. Es ist ein Zeichen, dass die offizielle Software den Alltag nicht abdeckt.

Risiko eins: Datenverlust ohne Backup

Excel-Dateien auf lokalen Rechnern und USB-Sticks werden selten gesichert. Ein defekter Rechner, ein versehentlich gelöschter Ordner oder ein Verschlüsselungstrojaner, und Angebote, Kundenlisten und offene Rechnungen sind weg. Ein Heizungsbauer, dessen lokale Dateien nach einem Angriff verschlüsselt waren, hat die Wiederherstellung aus E-Mail-Anhängen und Papierordnern zusammengesucht. Das dauerte Wochen, in denen keine Rechnung rausging. Excel hat außerdem keine Revisionshistorie: Wer wann welche Zahl geändert hat, lässt sich hinterher nicht mehr feststellen.

Risiko zwei: Datenschutzverstöße, die Sie nicht bemerken

Die Datenschutz-Grundverordnung verlangt, dass Sie wissen, wo personenbezogene Daten liegen und wer darauf zugreift. Kundenadressen in einer ungeschützten Tabelle, Fotos aus Privatwohnungen im Messenger, Arbeitszeiten in einer privaten Cloud: In jedem dieser Fälle können Sie diese Frage nicht beantworten. Das wird zum Problem, wenn ein Kunde Auskunft verlangt, wenn ein Gerät verloren geht oder wenn ein ehemaliger Mitarbeiter die Kundenliste noch auf dem Handy hat. Bußgelder sind dabei das kleinere Risiko. Das größere ist der Kunde, der erfährt, dass Fotos seines Schlafzimmers in einer Chatgruppe liegen.

Risiko drei: Medienbrüche, die jede Woche Zeit kosten

Schatten-IT bedeutet Doppelarbeit. Der Stundenzettel wird auf Papier geschrieben, in Excel übertragen und dann in die Rechnungssoftware getippt. Drei Schritte, drei Fehlerquellen, und am Monatsende passen die Stunden nicht zur Rechnung. Ein Sanitärbetrieb hat einmal mitgeschrieben, wie viel Zeit pro Woche für Abtippen und Korrigieren draufgeht. Das Ergebnis reichte, um die Diskussion über eine ordentliche Software zu beenden.

Prozesse digitalisieren statt Excel: so beseitigen Sie Schatten-IT

Der erste Schritt ist eine Bestandsaufnahme ohne Schuldzuweisung. Fragen Sie jeden im Betrieb, welche Tabellen, Apps und Cloud-Dienste er für die Arbeit nutzt, auch privat. Die Liste wird länger, als Sie erwarten.

Danach bewerten Sie jede Position nach zwei Fragen: Was passiert, wenn diese Daten weg sind? Und was passiert, wenn sie in falsche Hände geraten? Die Kundenliste ohne Passwortschutz landet ganz oben. Die Tabelle mit Materialpreisen weiter unten.

Der dritte Schritt ist der entscheidende: Ersetzen Sie die Schatten-IT durch eine Anwendung, die den Alltag tatsächlich abdeckt. Einsatzplanung, Stundenerfassung, Fotos vom Bau und Rechnungsstellung gehören in ein System mit zentraler Datenhaltung, Zugriffsrechten je Rolle und automatischen Backups. Wenn die offizielle Software das kann, verschwinden die privaten Umwege von selbst. Wenn sie es nicht kann, kommen sie zurück, egal wie oft Sie es verbieten.

Warum die Software zum Ablauf passen muss

Schatten-IT ist ein Symptom. Die Ursache ist Software, die zum Betrieb nicht passt und deshalb umgangen wird. Eine Anwendung, die auf Ihren Ablauf zugeschnitten ist, nimmt den Mitarbeitern den Grund für den Umweg. Sie sollte auf offenen Standards laufen, damit Sie den Anbieter wechseln können, und Ihre Daten sollten auf Servern in Deutschland oder der EU liegen, wo europäisches Recht gilt. Daten und Quellcode gehören dem Betrieb.

Häufige Fragen

Wie erkennen Sie Schatten-IT in Ihrem Betrieb?

Fragen Sie direkt und achten Sie auf Anzeichen: Dateien, die per E-Mail hin- und hergeschickt werden, Messenger-Gruppen mit Kundennamen, private E-Mail-Adressen auf Rechnungen. Eine einfache Liste aller genutzten Werkzeuge schafft Klarheit.

Sind Excel-Tabellen an sich das Problem?

Nein. Excel ist ein gutes Werkzeug für Berechnungen. Zum Problem wird es als Datenbank für Kunden, Aufträge und Stunden, weil es keine Zugriffsrechte, keine Historie und kein gleichzeitiges Arbeiten kennt.

Was kostet die Ablösung?

Das hängt davon ab, wie viele Prozesse Sie zusammenführen. Rechnen Sie dagegen, was Doppelarbeit, Korrekturen und ein einziger Datenverlust kosten. Meist ist die Antwort eindeutig.

Was Sie diese Woche tun können

Legen Sie die Liste an: jede Tabelle, jede App, jeder Cloud-Dienst, den Ihr Betrieb nutzt, mit dem Namen der Person, die ihn pflegt. Diese Liste ist die Grundlage für alles Weitere. Im kostenlosen Potenzial-Check, eine halbe Stunde, gehen wir sie mit Ihnen durch und sagen Ihnen, welche Position zuerst weg muss und was bleiben kann. Potenzial-Check buchen

  • Fachbereichs- und Prozessverantwortliche

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