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KI-Readiness-Check: Sieben Fragen, die Sie vor dem ersten KI-Projekt beantworten sollten

Nicht das Modell entscheidet, ob sich KI rechnet, sondern sieben Fragen zu Ablauf, Daten, Verantwortung und Kontrolle. Ein Selbsttest für Geschäftsführer, der das stille Pilotprojekt erspart.

Dawid SochackiVeröffentlicht am Aktualisiert am 4 Min Lesezeit
KI-Readiness-Check: 7 Fragen, die Ihr Unternehmen jetzt beantworten muss

Ob sich KI in Ihrem Unternehmen rechnet, entscheidet sich nicht am Modell, sondern an sieben Fragen, die Sie vor dem ersten Projekt beantworten können. Wer sie ehrlich beantwortet, spart sich das Pilotprojekt, das nach einem halben Jahr still beerdigt wird.

Frage 1: Was bringt KI meinem Unternehmen wirklich?

Bevor Sie über Werkzeuge reden, benennen Sie den einen Ablauf, der heute Zeit oder Geld kostet und den KI übernehmen soll. „Wir wollen KI einsetzen“ ist kein Ziel. „Die Angebotsprüfung dauert im Vertrieb zu lange, weil jemand Kataloge abgleicht“ ist eines. Wenn Sie den Ablauf nicht in zwei Sätzen beschreiben können, ist das Projekt noch nicht reif, egal wie gut das Modell ist.

Die Antwort auf diese Frage legt auch den Maßstab fest. Was soll nach dem Projekt anders sein: weniger Nacharbeit, kürzere Durchlaufzeit, weniger Rückfragen? Schreiben Sie das vorher auf, sonst kann hinterher niemand sagen, ob es sich gelohnt hat, und das Projekt wird nach Gefühl bewertet.

Frage 2: Liegen die Daten dort, wo KI sie lesen kann?

Ein Modell kann nur verarbeiten, was es erreicht. In vielen Betrieben stecken die entscheidenden Informationen in Excel-Listen, in E-Mail-Postfächern oder in einem Altsystem ohne Schnittstelle. Fragen Sie konkret: Wo liegen die Daten für den Ablauf aus Frage eins, wer pflegt sie, und gibt es eine Stelle, an der sie vollständig und aktuell sind? Wenn drei Abteilungen drei Versionen derselben Liste führen, ist das der erste Arbeitsschritt, nicht die KI.

Frage 3: Wohin fließen die Daten, wenn Mitarbeiter KI nutzen?

In den meisten Unternehmen wird KI längst genutzt, im Browser, mit privaten Konten, ohne dass die Geschäftsführung davon weiß. Klären Sie, welche Daten dabei das Haus verlassen dürfen und welche nicht. Für Kundendaten, Kalkulationen und Verträge brauchen Sie einen Weg, auf dem die Verarbeitung in Europa bleibt und vertraglich geregelt ist. Das ist keine Frage der Technik, sondern eine Entscheidung, die nur Sie treffen können.

Frage 4: Wer trägt das Ergebnis im Alltag?

Ein KI-System, das niemand verantwortet, verkümmert. Benennen Sie eine Person aus dem Fachbereich, die den Ablauf kennt, Ergebnisse prüft und sagt, wann das System falsch liegt. Ohne diese Person bleibt jedes Projekt ein Experiment der IT, das nach dem Abschlussbericht niemand mehr öffnet. Diese Person braucht keine Technikkenntnisse, aber Zeit: während der Einführung einige Stunden in der Woche, danach deutlich weniger.

Frage 5: Was passiert, wenn das Modell sich irrt?

Modelle irren sich, und zwar überzeugend. Für jeden Anwendungsfall braucht es eine Antwort darauf, wer eine Ausgabe prüft, bevor sie wirkt: beim Kunden, in der Buchhaltung, im Vertrag. Wo ein Fehler teuer wird, gehört ein Mensch in die Kette. Wo er billig ist, darf das System allein laufen. Diese Unterscheidung vorab zu treffen ist wichtiger als jede Modellwahl.

Frage 6: Können Sie den Anbieter wechseln?

Modelle ändern sich, Preise auch. Wenn Ihr Ablauf fest an einen Anbieter gebunden ist, entscheiden andere über Ihre Kosten. Bauen Sie so, dass das Modell austauschbar bleibt und Ihre Daten und Ihre Prompts bei Ihnen liegen. Wer heute darauf achtet, hat in zwei Jahren noch die Wahl. Fragen Sie jeden Anbieter, was ein Wechsel kosten würde; wer darauf keine Antwort hat, plant keinen.

Frage 7: Wer bemerkt, wenn es schlechter wird?

Ein KI-System ist nach der Einführung nicht fertig. Ergebnisse driften, weil sich Daten, Produkte oder das Modell ändern. Legen Sie fest, wer die Qualität regelmäßig stichprobenartig prüft und woran Sie erkennen, dass nachgesteuert werden muss. Das kann eine Stunde im Monat sein. Ohne diese Stunde merken Sie den Verfall erst, wenn ein Kunde sich beschwert.

Was die Antworten Ihnen sagen

Können Sie alle sieben Fragen beantworten, ist Ihr Unternehmen bereit für ein erstes, begrenztes System, das im Tagesgeschäft läuft. Bleiben Frage eins, zwei oder vier offen, ist ein KI-Projekt jetzt Geldverschwendung; die Vorarbeit ist dann Ihr eigentliches Projekt, und sie ist meist unspektakulärer als jede KI. Bleiben nur die Fragen fünf bis sieben offen, lassen sich diese Punkte beim Bau des Systems lösen, wenn Sie einen Partner haben, der sie von Anfang an einbaut, statt sie hinterher zu beraten.

Schreiben Sie Ihre sieben Antworten auf eine Seite, auch die Lücken. Mit dieser Seite buchen Sie den Potenzial-Check: eine halbe Stunde, kostenlos, und Sie wissen danach, welcher Ablauf als Erstes ein laufendes System werden kann und ob KI dafür überhaupt das richtige Werkzeug ist.

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