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Insights

ESG-Berichte ohne Excel-Handarbeit: Prozesse digitalisieren, damit Nachhaltigkeitszahlen prüfbar werden

Zwanzig Tabellen, ein Mensch, ein Quartalsbericht, und der Prüfer fragt nach Zeile siebzehn. Wie Sie ESG-Daten dort erfassen, wo sie entstehen, mit Regeln und Protokoll statt Abtipparbeit.

Dawid SochackiVeröffentlicht am Aktualisiert am 4 Min Lesezeit
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ESG-Berichte scheitern selten an fehlenden Zielen, sondern daran, dass die Zahlen dafür in zwanzig Excel-Dateien liegen, die jemand quartalsweise per Hand zusammenträgt. Wer die Erfassung von Energieverbräuchen, Emissionen und Lieferantendaten in die Systeme verlegt, in denen sie ohnehin entstehen, bekommt Berichte, die eine Prüfung bestehen, und gewinnt die Zeit zurück, die heute ins Abtippen geht.

Warum ESG-Daten in Excel nicht prüfbar sind

Nachhaltigkeitsdaten kommen aus vielen Quellen: Stromrechnungen, Tankkarten, Reisekosten, Lieferantenfragebögen, Abfallmengen, Personalkennzahlen. In den meisten Unternehmen sammelt eine Person aus dem Controlling oder der Qualitätssicherung diese Werte in Tabellen, rechnet sie um und baut daraus den Bericht. Das funktioniert, bis ein Prüfer fragt, woher die Zahl in Zeile siebzehn stammt und wer sie wann geändert hat. Excel kennt keine Revisionshistorie, keine Zuständigkeit je Wert und keine Plausibilitätsprüfung beim Eintragen. Die Berichtspflichten nach der EU-Taxonomie und der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) verlangen aber genau das: nachvollziehbare, prüfbare Kennzahlen. Für wen sie in welchem Umfang gelten, ändert sich gerade; das klären Sie mit Ihrem Wirtschaftsprüfer.

ESG-Prozesse digitalisieren statt Excel: drei Bausteine

Erstens Datenquellen anbinden. Energieverbräuche kommen aus Zählern oder Versorgerportalen, Flottenverbräuche aus der Tankkarte oder Telematik, Einkaufsmengen aus dem ERP-System. Jede dieser Quellen hat eine Schnittstelle oder zumindest einen regelmäßigen Export, der sich automatisch einlesen lässt. Der Mensch trägt nur noch ein, was nirgends digital entsteht, und auch das in eine Maske mit Pflichtfeldern statt in eine freie Tabelle.

Zweitens Regeln im System statt im Kopf. Umrechnungsfaktoren, Zielwerte und Zuständigkeiten werden einmal hinterlegt. Weicht ein Monatswert deutlich vom Vorjahr ab, fragt das System nach, bevor der Wert im Bericht landet. Ein Logistiker, der seine Flottenemissionen so erfasst, sieht Abweichungen im Monat, in dem sie entstehen, nicht bei der Jahresaufstellung.

Drittens jede Änderung protokolliert. Wer welchen Wert wann eingetragen oder korrigiert hat, steht im System, nicht in einer E-Mail. Damit beantwortet sich die Prüferfrage nach Zeile siebzehn mit einem Klick.

Was Sie nicht neu kaufen müssen

Das meiste, was Sie brauchen, ist vorhanden: ERP für Mengen und Einkauf, Personalsystem für Kopfzahlen, Buchhaltung für Energie- und Reisekosten. Was fehlt, ist die Stelle, an der diese Werte zusammenlaufen, mit Regeln und Protokoll. Das kann ein schlankes internes Werkzeug sein, das über Schnittstellen an die Bestandssysteme angebunden ist. Eine große ESG-Plattform ist selten der erste Schritt und oft der falsche, weil sie ihre eigene Datenpflege mitbringt.

Eine Grenze gehört dazu: Lieferantendaten für Lieferkettenrisiken kommen von außen, und kein System der Welt macht aus einem unvollständigen Lieferantenfragebogen vollständige Daten. Hier hilft ein Portal, in dem Lieferanten selbst eintragen, mit Erinnerung und Pflichtfeldern; die Nachverfolgung bleibt Arbeit.

Der Weg in drei Schritten

Bestandsaufnahme: Welche Kennzahlen verlangt Ihr Bericht, aus welcher Quelle stammt jede, und wer trägt sie heute wie zusammen? Diese Liste ist meist ernüchternd und immer nützlich.

Zielbild: Für jede Kennzahl wird festgelegt, welches System führend ist, wie sie automatisch einläuft und welche Regel sie prüft. Offene Formate und dokumentierte Schnittstellen sorgen dafür, dass Sie den Werkzeugkasten später wechseln können.

Umsetzung in Etappen: Zuerst die Kennzahlen mit dem größten Handaufwand, meist Energie und Flotte. Nach jeder Etappe wird geprüft, ob der Bericht noch vollständig ist, damit Sie während des Umbaus prüffähig bleiben.

Häufige Fragen

Reicht es, die Excel-Dateien besser zu strukturieren?

Für den Anfang, nicht für die Prüfung. Solange Werte per Hand eingetragen und ohne Protokoll geändert werden, bleibt die Nachvollziehbarkeit eine Behauptung.

Muss ich meine Altsysteme ersetzen?

Nein. Die Bestandssysteme bleiben die Quelle; angebunden wird über Schnittstellen oder regelmäßige Exporte. Ersetzt wird später und nur, was keine brauchbare Schnittstelle bietet.

Wie stelle ich die Datenqualität sicher?

Durch Pflichtfelder, Plausibilitätsregeln beim Eintragen, ein führendes System je Kennzahl und ein Protokoll jeder Änderung. Dazu eine regelmäßige Durchsicht der Quellen, ob sie noch liefern.

Was kostet das?

Das hängt von der Zahl der Quellen und deren Schnittstellen ab. Die Bestandsaufnahme ist überschaubar; sie zeigt, welche Etappe sich zuerst trägt, und das nennen wir Ihnen vorher.

Ihr nächster Schritt

Nehmen Sie die drei Kennzahlen Ihres ESG-Berichts, die den meisten Handaufwand verursachen, und notieren Sie zu jeder die Quelle und die Person, die sie zusammenträgt. Bringen Sie die Liste mit in den Potenzial-Check, eine halbe Stunde, kostenlos. Wir sagen Ihnen, welche Quelle sich zuerst anbinden lässt und ob dafür ein kleines Werkzeug reicht. Potenzial-Check buchen

  • Fachbereichs- und Prozessverantwortliche

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