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Claude oder ChatGPT für Vertragstexte? Was für DSGVO-konforme KI-Nutzung im Unternehmen zählt
Welches Modell die bessere Klausel schreibt, wechselt mit jeder Version und lässt sich messen. Was sich nicht wegmessen lässt, ist der Weg, den Ihr Vertragsentwurf nimmt.

Ob Claude oder ChatGPT die bessere Vertragsklausel schreibt, lässt sich für Ihr Unternehmen messen, aber nicht aus einem Blogartikel ablesen. Für Compliance-Verantwortliche ist die wichtigere Frage eine andere: Auf welchem Weg verlässt der Vertragsentwurf Ihr Haus, und was passiert dort mit ihm?
Was sich an Vertragstexten vergleichen lässt
Beide Modelle formulieren Geheimhaltungsvereinbarungen, Dienstleistungsverträge oder Datenschutzklauseln in brauchbarer Qualität. Unterschiede gibt es bei der Konsistenz der Begriffe (bleibt es beim „Auftragnehmer“, oder wird daraus im dritten Absatz der „Dienstleister“?), bei der Länge der Entwürfe und bei der Neigung, Verweise auf Rechtsnormen zu erfinden. Welches Modell hier vorn liegt, wechselt mit jeder Modellversion. Wer behauptet, eines sei grundsätzlich rechtssicherer, sollte ein Evaluations-Set vorlegen: dieselben Aufträge, dieselben Prüfkriterien, beide Modelle, Ergebnis dokumentiert.
Genau das empfehlen wir. Ein Dutzend typischer Vertragsaufgaben aus Ihrem Alltag, ein Prüfraster Ihrer Rechtsabteilung, und Sie wissen in einer Woche mehr als aus jedem Vergleichsartikel. Der Aufwand lohnt sich doppelt, weil Sie das Set beim nächsten Modellwechsel wieder brauchen.
Der Datenweg entscheidet, nicht das Modell
Ein Vertragsentwurf enthält Namen, Konditionen und oft Geschäftsgeheimnisse beider Seiten. Bei den Verbraucherversionen beider Dienste liegt die Kontrolle über die Verwendung der Eingaben beim Anbieter. Die Geschäftsversionen und Programmierschnittstellen sichern in der Regel vertraglich zu, Eingaben nicht zum Training zu verwenden, und stellen einen Auftragsverarbeitungsvertrag bereit.
Das ist die Mindestbedingung, nicht die Lösung. Ein Auftragsverarbeitungsvertrag regelt Haftung und Pflichten; er ändert nichts daran, dass beide Anbieter ihren Sitz in den USA haben und der Prompt dort verarbeitet wird. Für Verträge mit Kunden aus regulierten Branchen kann das ausreichen, wenn es dokumentiert und mit dem Datenschutzbeauftragten abgestimmt ist. Es kann auch zu wenig sein. Diese Entscheidung nimmt Ihnen kein Modellvergleich ab.
Was keines der beiden Modelle kann
Weder Claude noch ChatGPT lassen sich auf Ihren eigenen Servern betreiben. Wer Vertragsdaten das Haus nicht verlassen lassen darf, braucht ein offen lizenziertes Modell auf eigener oder europäischer Infrastruktur. Die Qualität solcher Modelle reicht für Standardklauseln inzwischen aus; für komplexe Vertragswerke sollten Sie sie mit demselben Evaluations-Set prüfen wie die großen Anbieter.
Die zweite Grenze gilt für alle drei Wege: Kein Modell ersetzt die juristische Prüfung. Es liefert den Rohentwurf schneller, und es liefert ihn manchmal mit erfundenen Paragrafen. Ein Prozess, der jede Norm im Entwurf gegenprüft, gehört zur Einführung dazu.
Wie Sie die Entscheidung treffen
Legen Sie zuerst fest, welche Vertragsdaten überhaupt an ein externes Modell gehen dürfen; für alles andere kommt nur ein selbst betriebenes Modell infrage. Bauen Sie dann die Anbindung so, dass das Modell hinter der Schnittstelle austauschbar bleibt. Dann können Sie heute mit dem einen starten und in einem Jahr wechseln, ohne dass Ihre Vertragsvorlagen und Prüfregeln mitwandern müssen. Und testen Sie, statt zu glauben: Ihr Evaluations-Set entscheidet, nicht die Werbung des Anbieters, auch nicht unsere.
Häufige Fragen
Ist Claude rechtssicherer als ChatGPT?
Das lässt sich nur für Ihre Vertragsarten und die jeweils aktuelle Modellversion beantworten, mit einem eigenen Evaluations-Set. Pauschale Aussagen dazu sind Werbung.
Reicht ein Auftragsverarbeitungsvertrag mit dem Anbieter?
Er ist Voraussetzung. Ob die Verarbeitung in den USA für Ihre Vertragsdaten tragbar ist, entscheiden Sie mit Ihrem Datenschutzbeauftragten, nicht der Anbieter.
Für welche Verträge eignen sich Sprachmodelle?
Für Standardwerke wie Geheimhaltungsvereinbarungen, Dienstleistungs- und Lizenzverträge als Rohentwurf. Für Sonderfälle wie Unternehmenskäufe bleibt die Arbeit beim Fachanwalt, das Modell liefert höchstens die Gliederung.
Ihr nächster Schritt
Sammeln Sie zehn Vertragsaufgaben, die in Ihrem Haus regelmäßig anfallen, und notieren Sie zu jeder, welche Daten darin stecken dürfen. Bringen Sie die Liste mit in den Potenzial-Check, eine halbe Stunde, kostenlos. Wir sagen Ihnen, welcher Datenweg zu Ihren Verträgen passt und wie ein Evaluations-Set dafür aussieht. Potenzial-Check buchen