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Insights

Vom Silo zum Rückgrat: So führen Sie Insellösungen zu einer Plattform zusammen

Zehn Systeme, Dutzende Handarbeitsstellen und am Monatsende drei verschiedene Wahrheiten. Wie eine Integrationsschicht mit REST-Schnittstellen und Ereignissen daraus ein tragfähiges IT-Rückgrat macht.

Dawid SochackiVeröffentlicht am Aktualisiert am 4 Min Lesezeit
Vom Silo zum Rückgrat: So integrieren Sie Ihre Systeme zu einer nahtlosen IT-Landschaft

Ein Flickenteppich aus Einzelsystemen, den Excel-Exporte und Handarbeit zusammenhalten, kostet jeden Tag Arbeitszeit und liefert widersprüchliche Zahlen. Der Weg heraus ist keine neue Großsoftware, sondern eine Integrationsschicht, die Ihre bestehenden Systeme über Schnittstellen zu einer Plattform verbindet.

Woran Sie erkennen, dass Ihre Systeme Inseln sind

Die Symptome sind in fast jedem Betrieb dieselben. Ein Auftrag wird im ERP angelegt, im Lagersystem noch einmal erfasst und im CRM ein drittes Mal, jedes Mal von Hand. Am Monatsende stimmen die Zahlen aus den Systemen nicht überein, und jemand baut in Excel die „richtige“ Version. Neue Anforderungen bleiben liegen, weil niemand weiß, welche Nebenwirkung eine Änderung im einen System auf das andere hat.

Wer das kennt, hat keine Softwarefrage. Er hat eine Architekturfrage.

Was die Integration in der Praxis bremst

Altsysteme ohne Schnittstelle

Gewachsene Systeme sind oft monolithisch und bieten bestenfalls einen Datenbankzugriff oder einen Dateiexport. Sie komplett zu ersetzen ist selten wirtschaftlich. Der pragmatische Weg: eine dünne Schnittstellenschicht vor das Altsystem setzen, die dessen Daten als REST-API bereitstellt. Neue Funktionen entstehen daneben als eigene Dienste, das Altsystem wird Stück für Stück entlastet und irgendwann abgeschaltet. Das Muster heißt Strangler Fig.

Keine gemeinsamen Stammdaten

Wenn der Kunde im ERP anders heißt als im CRM und die Artikelnummer in jedem System eine andere Struktur hat, bringt die beste Schnittstelle nur Fehler schneller von A nach B. Vor der Integration steht deshalb eine Einigung: Welches System führt welche Stammdaten, und wie sieht das gemeinsame Datenmodell aus? Diese Einigung ist Fleißarbeit. Sie ist auch die Stelle, an der die meisten Projekte zu wenig Zeit einplanen.

Punkt-zu-Punkt-Verbindungen

Jede direkte Verbindung zwischen zwei Systemen ist für sich einfach. Bei zehn Systemen sind es Dutzende Verbindungen, die niemand mehr überblickt und die bei jedem Update eines Systems mitgeprüft werden müssen. Eine zentrale Integrationsschicht ersetzt das Geflecht durch ein Muster: Jedes System spricht mit der Schicht, nicht mit allen anderen.

Mehrere Systeme über REST-API verbinden: das Vorgehen

Ist-Analyse und Zielbild. Nehmen Sie alle Systeme, Datenflüsse und Handarbeitsstellen auf. Legen Sie fest, welches System welche Daten führt und welche Ereignisse den Ablauf auslösen.

Integrationsschicht einführen. Ein API-Gateway stellt die Daten aller Systeme als standardisierte REST-Schnittstellen bereit. Ereignisse wie „Auftrag angelegt“ gehen über ein Nachrichtensystem an jeden Dienst, der sie braucht. Neue Systeme docken an die Schicht an, nicht an jedes andere System.

Schnittstellen dokumentieren und versionieren. Jede API bekommt eine maschinenlesbare Beschreibung (OpenAPI), eine Versionsnummer und einen Verantwortlichen. Was nicht dokumentiert ist, existiert für das nächste Projekt nicht.

Altsysteme schrittweise ablösen. Sobald die Schicht steht, lässt sich das erste Altsystem ersetzen, ohne dass die anderen es bemerken. Das alte Lagersystem geht, die Schnittstelle bleibt.

Ereignisse statt starrer Kopplung

Eine ereignisgetriebene Architektur veröffentlicht jede Zustandsänderung genau einmal. „Lieferung verbucht“ wird gesendet; Rechnungsstellung, Lager und Kundenportal reagieren jeweils für sich. Fällt ein Empfänger aus, bleibt das Ereignis liegen und wird nachgeholt, statt dass der gesamte Prozess steht. Das ist der Unterschied zwischen einer Plattform und einer Kette, die am schwächsten Glied reißt.

Datenqualität ist Voraussetzung, kein Ergebnis

Integration deckt schmutzige Daten auf, sie repariert sie nicht. Ein Pflichtfeld hier, eine Dublettenprüfung dort, ein Bericht, der Abweichungen zwischen Systemen sichtbar macht: Diese Arbeit beginnt vor der ersten Schnittstelle. Erst mit verlässlichen Daten lohnt der nächste Schritt, etwa Auswertungen über Systemgrenzen hinweg oder ein KI-Assistent, der über die Plattform auf Aufträge und Bestände zugreift.

Offene Standards halten Sie unabhängig

REST, JSON und OpenAPI für Schnittstellen, Container nach offenem Standard für den Betrieb, PostgreSQL statt herstellereigener Datenbanken: Mit diesen Bausteinen bleibt jede Komponente austauschbar. Für Unternehmen unter Aufsicht, etwa nach dem Digital Operational Resilience Act, ist diese Austauschbarkeit ohnehin Pflicht. Für alle anderen ist sie die Versicherung gegen den Tag, an dem ein Anbieter die Preise verdoppelt.

Häufige Fragen zur Systemintegration

Wie lange dauert das? Zwei Systeme sind in Wochen verbunden. Eine unternehmensweite Landschaft mit Altsystemen braucht Monate, in Etappen mit klaren Zwischenzielen.

Was kostet das? Das hängt von Zahl und Zustand Ihrer Systeme ab. Ein seriöser Partner nennt Ihnen nach der Ist-Analyse einen Preis pro Etappe und keine Pauschale für das Ganze.

Brauchen Sie einen Enterprise Service Bus? Für die meisten mittelständischen Landschaften nicht. Ein schlankes API-Gateway und ein Nachrichtensystem reichen, und beides ist deutlich leichter zu betreiben.

Der nächste Schritt: Ihre Handarbeitsstellen zählen

Zählen Sie eine Woche lang mit, wie oft jemand Daten von einem System in ein anderes überträgt, per Export, Zwischenablage oder Abtippen. Diese Liste ist Ihr Integrationsplan in Rohform. Wenn Sie wissen wollen, welche Stelle zuerst dran ist und ob eine Integrationsschicht bei Ihnen trägt, sehen wir uns die Liste in einer halben Stunde gemeinsam an: Potenzial-Check buchen.

  • IT-Leitung mit Altsystem-Last

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