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Insights

Microservices oder Monolith: Wann sich der Umstieg für Ihr Unternehmen lohnt und wann nicht

Der Monolith ist keine Altlast, und Microservices sind kein Fortschritt an sich. Fünf Kriterien, an denen Sie erkennen, ob sich der Umstieg lohnt, und wie er ohne Stillstand gelingt.

Dawid SochackiVeröffentlicht am Aktualisiert am 4 Min Lesezeit
Microservices vs. Monolithen: Wann lohnt sich der Umstieg für Ihr Unternehmen?

Die Wahl zwischen Microservices und Monolith ist keine Modefrage, sondern entscheidet über Betriebskosten und Änderungsgeschwindigkeit Ihrer Anwendung für Jahre. Für die meisten Bestandssysteme im Mittelstand ist der Monolith die richtige Antwort, und der Umstieg lohnt sich erst, wenn Lastspitzen, mehrere Teams oder Ausfallsicherheit ihn erzwingen.

Wann der Monolith die richtige Wahl bleibt

Ein Monolith ist richtig, wenn die Anwendung klar abgegrenzt ist, ein Team daran arbeitet, das sich an einem Tisch abstimmen kann, und die Last gleichmäßig bleibt. Sie ersparen sich dann die Komplexität verteilter Systeme: Netzwerklatenz, verteilte Datenkonsistenz, Orchestrierung von Diensten. Deployment, Test und Fehlersuche bleiben einfach. Ein internes Verwaltungssystem für einige Dutzend Nutzer, das alle paar Wochen aktualisiert wird, ist als Monolith schneller gebaut und günstiger betrieben als jede verteilte Variante. Der Monolith ist keine Altlast. Er ist in vielen Fällen die pragmatische Entscheidung.

Wann Microservices geschäftlich nötig werden

Microservices lohnen sich, wenn einzelne Teile der Anwendung völlig unterschiedliche Lasten tragen, wenn mehrere Teams parallel an getrennten Funktionen arbeiten und sich gegenseitig blockieren, oder wenn ein Fehler in einem Teil nicht den Rest mitreißen darf. Ein Logistiker, dessen Sendungsverfolgung im Weihnachtsgeschäft ein Vielfaches der Anfragen vom Februar verarbeitet, skaliert diesen einen Dienst, nicht die gesamte Anwendung. Getrennte Teams liefern Bestellabwicklung, Zahlung und Verfolgung unabhängig aus. Wir haben solche Architekturen für regulierte Branchen gebaut, mit Blick auf Nachvollziehbarkeit und Datenhoheit.

Was ein voreiliger Umstieg kostet

Ohne geschäftlichen Grund bringt der Umstieg höhere Komplexität, mehr Betriebsaufwand und oft schlechtere Antwortzeiten. Daten, die über mehrere Dienste verteilt sind, machen Transaktionen und Konsistenz schwer; die Fehlersuche läuft über Netzwerkgrenzen. Ein Finanzdienstleister, der sein Buchhaltungssystem in Dienste zerlegt, ohne die fachlichen Domänen sauber zu schneiden, bekommt Ausfälle durch Abhängigkeiten zwischen Diensten und Latenz durch Netzaufrufe, wo vorher ein Funktionsaufruf reichte. Unsere Position: Vor jedem Umstieg steht eine Architekturanalyse, die technische Schulden benennt und ehrlich prüft, ob Skalierung und Teamautonomie wirklich das Problem sind.

Legacy-Software modernisieren ohne Ausfall: der hybride Weg

Die meisten Unternehmen fahren am besten mit einer Mischform: Der Monolith bleibt der Kern, und nur die Module, die am stärksten wachsen oder am kritischsten sind, werden als eigene Dienste herausgelöst. Ein Händler betreibt seine Warenwirtschaft als Monolith und lagert Produktsuche und Kasse aus, um Lastspitzen abzufangen. Das Vorgehen dahinter heißt Strangler-Fig-Muster: Ein neuer Dienst übernimmt schrittweise eine Funktion des Altsystems, der Datenverkehr wird umgeleitet, und der alte Code wird erst abgeschaltet, wenn der neue Dienst nachweislich läuft. Kein Stichtag, keine Betriebsunterbrechung. So haben wir Bestandssysteme modernisiert, ohne dass Nutzer den Umbau bemerkt haben. Wie das konkret abläuft, beschreibt der Beitrag Legacy-Transformation Schritt für Schritt.

Entscheidungshilfe: Monolith oder Microservices?

  • Team: Ein Team, das sich direkt abstimmt, spricht für den Monolithen. Mehrere Teams, die sich beim Deployment gegenseitig blockieren, sprechen für Dienste.
  • Last: Gleichmäßige Last spricht für den Monolithen. Einzelne Komponenten mit starken Spitzen sprechen für Dienste.
  • Änderungsfrequenz: Ein Release im Monat verträgt der Monolith gut. Mehrere Auslieferungen am Tag verlangen unabhängige Dienste.
  • Ausfallsicherheit: Darf ein Fehler die ganze Anwendung stoppen, reicht der Monolith. Muss jeder Teil für sich weiterlaufen, brauchen Sie Dienste.
  • Datenkonsistenz: Brauchen Sie sofortige Konsistenz über alles, bleibt der Monolith überlegen. Ist verzögerte Konsistenz akzeptabel, werden Dienste möglich.

Treffen mehr als zwei Punkte der rechten Seite zu, lohnt sich ein Gespräch über den Umstieg. Trifft keiner zu, sparen Sie sich das Projekt.

Häufige Fragen

Welche Kosten entstehen beim Umstieg auf Microservices?

Architekturanalyse, Neubau oder Umbau der Module, Container-Orchestrierung, zusätzliche Infrastruktur für Monitoring und Protokollierung und Einarbeitung des Teams. Die laufenden Betriebskosten steigen zunächst spürbar und rechnen sich erst, wenn die Skalierung tatsächlich gebraucht wird.

Wie vermeiden Sie neue Abhängigkeiten von Anbietern?

Durch offene Standards: standardisierte Schnittstellen, Container, eine offene Orchestrierungsplattform und Dienste, die auf offenen Protokollen basieren. Bei uns gehören Code und Daten dem Kunden, ohne proprietäre Bindung.

Lässt sich der Umstieg schrittweise machen?

Ja, und das ist der empfohlene Weg. Einzelne Module verlassen den Monolithen nach dem Strangler-Fig-Muster, der Rest bleibt, bis es einen Grund gibt, ihn zu ersetzen.

Gehen Sie die fünf Punkte der Entscheidungshilfe für Ihr wichtigstes System durch und notieren Sie, welche Seite zutrifft. Mit diesem Ergebnis klären wir im Potenzial-Check, eine halbe Stunde, kostenlos, ob ein Umstieg bei Ihnen Nutzen bringt oder ob wir Ihnen ehrlich davon abraten. Potenzial-Check buchen

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