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KI-Fabrik Erlangen: Was das für Ihre Fertigung heißt
Siemens und Nvidia zeigen in Erlangen, wohin die Fertigung läuft. Was das für Ihre Daten, Ihre Rüstzeiten und Ihre nächsten drei Monate heißt.
Prüfplatz drei, Dienstagmorgen. Ein neuer Leiterplatten-Typ läuft an, und jemand bringt der Kamera von Hand bei, wie ein gutes Teil aussieht. Die Linie steht so lange. Genau diesen Vorgang haben Siemens und Nvidia am 19. Oktober 2026 im Erlanger Werk abgeschafft1. Für Sie als Zulieferer heißt das nicht, dass Sie jetzt KI brauchen. Es heißt: Kleine Losgrößen und ständige Änderungen ohne tagelanges Umrüsten werden zum Normalmaß. Der Einstieg dafür sind Produkt- und Maschinendaten, die zusammenpassen. Grafikkarten kommen viel später.
Was in der KI-Fabrik in Erlangen tatsächlich passiert ist
Siemens und Nvidia haben am 19. Oktober 2026 im Erlanger Werk eine erweiterte Kooperation vorgestellt 12. Der vorgezeigte Anwendungsfall ist unspektakulär konkret: die automatische optische Kontrolle von Leiterplatten. Bisher musste das Prüfsystem bei jeder Konfigurationsänderung stundenlang angelernt werden. Jetzt erzeugt eine Nvidia-Simulation aus dem digitalen Zwilling fotorealistische Bilder guter und fehlerhafter Platten, bevor die erste echte Platte läuft1.
Erlangen ist ausdrücklich als Blaupause gedacht, auch für Siemens-Kunden1. Rev Lebaredian von Nvidia nennt das Werk eine „Blaupause für autonome Fabriken in der Welt“ 3. Wenn Sie in einer Lieferkette hängen, bekommen Sie diese neue Messlatte nicht über eine Pressemitteilung serviert, sondern über Anfragen, Lieferantenaudits und Terminzusagen. Die interessante Größe ist dabei nicht der Automatisierungsgrad. Es sind die Stunden Stillstand, die in Ihrem Werk bisher niemand gezählt hat.
Das Problem sitzt nicht in der Steuerung, sondern in Ihren Daten
„Fabriken müssen mit Veränderungen ebenso gut umgehen können wie mit Wiederholungen“, sagt Lebaredian1. Klassische Automatisierung kann Wiederholung sehr gut. Varianz kostet bis heute Rüstzeit und Nacharbeit.
Cedrik Neike, Vorstandsmitglied bei Siemens, beschreibt den Datenbestand der Industrie als Schatz, den man erst heben und in Strukturen bringen müsse3. Übersetzt auf ein mittelständisches Werk: Ohne Stückliste, Prüfplan und Maschinendaten in einem gemeinsamen Format entsteht kein digitaler Zwilling, ohne digitalen Zwilling keine Simulation. Was dann bleibt, ist eine Demo.
Die typische Lage sieht so aus: CAD liegt im Konstruktionsordner, Prüfergebnisse auf Papier, die ERP-Stammdaten sind seit Jahren nicht angefasst worden, Maschinenprotokolle liegen lokal und ohne brauchbaren Zeitstempel. Jedes System hat für sich recht. Zusammen widersprechen sie sich. Deshalb kippen KI-Vorhaben im Mittelstand selten beim Modell, sondern drei Wochen vorher, wenn jemand fragt, welche Datenquelle eigentlich die Wahrheit ist.
Der digitale Zwilling ist der Hebel, und einkaufen lässt er sich nicht
Lebaredian beschreibt den digitalen Zwilling als Zeitmaschine, weil er verschiedene Zukünfte durchspielbar macht1. Das Prinzip skaliert nach unten. Auch ein Prüfplan oder eine Schichtbelegung lässt sich durchrechnen, bevor Material und Zeit dafür draufgehen.
Die zweite Erlanger Anwendung ist die Produktionsplanung im Dialog zwischen Mensch und KI-Agent, wobei der Mensch entscheidet1. Das ist die realistische Stufe für mittelständische Fertigung: Assistenz mit Entscheidungsvorbehalt statt Autonomie.
Datenhoheit ist dabei eine Entscheidung, keine Nebensache. Laut Lebaredian muss jedes Unternehmen klären, welche Daten es teilt und welche im Haus bleiben; geschäftskritische Daten gehören ins Unternehmen3. Wer KI auf Fertigungsdaten loslässt, sollte vorher wissen, wo das Modell rechnet. Wir betreiben Kundensysteme deshalb standardmäßig auf EU-souveräner Infrastruktur, unter anderem als Partner von STACKIT4, 5. Ein Dämpfer gehört dazu: Die Hardwareseite dieser Automatisierung hängt an Lieferketten bis hin zu Seltenen Erden6. Software ändern Sie in Wochen, einen Roboterarm nicht.
Was Siemens verspricht, und was davon bei Ihnen ankommt
Die Angaben aus Erlangen stammen vom Unternehmen selbst: weniger Ingenieursaufwand bei neuen Leiterplatten, kürzere Markteinführungszeit, günstigere Produktionsplanung durch KI-Agenten3. Das ist Herstellerkommunikation, kein geprüfter Branchendurchschnitt. Nehmen Sie die Richtung ernst, die Versprechen nicht als Planwert für Ihr Budget.
Der kleine Schnitt davon funktioniert heute schon. Für eSYS-TEC haben wir mit eSYS-Go eine Field-Service-PWA für die Elektroprüfung gebaut: Auftragsanlage, Messung, Vier-Augen-Freigabe und automatischer Prüfbericht, 6 Prüfkategorien, 12 Kernprozesse, offlinefähig7. Kein digitaler Zwilling. Aber erstmals vollständige, maschinenlesbare Prüfdaten, und das ist die Voraussetzung für alles Weitere. Der Schritt davor sah bei CMB Supplier so aus: aus verstreuten Excel-Listen wurde eine Datenplattform mit 6 angebundenen Systemen, 26 REST-Routen und rund 82 Prozent Test-Coverage8. Unspektakulär, und genau das ist der Punkt.
Was Sie in den nächsten drei Monaten tun sollten
Fangen Sie bei der Messung an. Zählen Sie vier Wochen lang, wie viele Stunden Stillstand durch Rüsten, Anlernen und Nacharbeit entstehen, und bei welchem Produktwechsel. In Erlangen war genau dieser Punkt der Auslöser1.
Danach kommt die ehrliche Prüfung der Datenbasis: Liegen für Ihre meistgefertigte Variante Stückliste, Prüfplan, Maschinenparameter und Fehlerbilder maschinenlesbar vor, mit Zeitstempel und eindeutiger ID? Wenn nicht, ist das Ihr Projekt für das erste Quartal. Nicht das Modell.
Erst dann folgt ein Prozess mit klarer Wahrheit. Qualitätsprüfung oder Angebotskalkulation haben ein messbares Richtig und Falsch. Legen Sie eine Kennzahl fest und ein Datum, an dem Sie entscheiden.
Drei Dinge lassen Sie dafür bleiben. Keine werkweite Plattformentscheidung, bevor ein einziger Prozess läuft. Kein KI-Modell auf Daten, deren Qualität Sie nicht kennen. Und keine automatisierte Entscheidung ohne Freigabeschritt und Protokoll: Die Vier-Augen-Freigabe aus eSYS-Go ist dafür das praktische Muster7, die Belegpflicht aus asseko.ai das Prinzip dahinter, denn dort begründet sich jede Modellaussage mit einem Originalzitat9. Ohne Audit-Trail unterschreibt in der Fertigung niemand eine KI-Entscheidung.
Wenn Sie wissen wollen, ob Ihr Fall das trägt
Nicht jeder Fertigungsprozess verträgt KI. Wenn Ihre Daten dafür nicht reichen, ist die richtige Antwort erst einmal Datenarbeit, und das sagen wir Ihnen dann auch so.
Die entscheidende Frage ist nicht, was Siemens in Erlangen kann. Sie lautet, welcher Ihrer Prozesse am Montag sauber genug dokumentiert ist, dass eine Maschine ihn überhaupt lesen könnte. Bringen Sie genau diesen Prozess in den 30-minütigen Potenzial-Check mit Gründer Dawid Sochacki mit, der selbst Code schreibt und 25+ Jahre Engineering hinter sich hat10, 11: Potenzial-Check buchen. Antwort werktags innerhalb von 24 Stunden, telefonisch unter 06257 / 9179 400 zwischen 9 und 17 Uhr11.
Quellen
- n-tv/dpa, 19.10.2026: „Siemens und Nvidia entwickeln KI-betriebene Fabrik“ – Zitate Cedrik Neike und Rev Lebaredian, Beispiel optische Leiterplattenprüfung
- Nürnberger Nachrichten (nn.de), 20.10.2026: „Die erste KI-Fabrik steht in Erlangen: Siemens und Nvidia machen Werk zum Zukunftslabor“ (Teaser frei zugänglich, Artikel kostenpflichtig)
- Frankfurter Allgemeine Zeitung, Markus Frühauf, 20.10.2026: „Wie Siemens mit Nvidia Produktion verändern will“ – Angaben zu 85 Prozent, 40 Prozent, 20 Prozent und 7 bis 9 Prozent
- dataso GmbH, Partnerschaft mit STACKIT (Schwarz-Gruppe) für souveräne Cloud aus Deutschland
- dataso GmbH, Kennzahlen: 25+ Jahre Engineering-Erfahrung, 4 Branchen, EU-souveräne Infrastruktur
- wallstreetONLINE, 20.10.2026: „Siemens und Nvidia bringen KI in die Fabrik – warum die Automatisierung Seltene Erden braucht“
- dataso-Referenz eSYS-Go (eSYS-TEC): Field-Service-PWA für Elektroprüfung mit Offline-Sync, 6 Prüfkategorien, 12 Kernprozesse
- dataso-Referenz CMB Supplier: Excel-Listen zu Datenplattform, 6 Systeme, 26 REST-Routen, rund 82 Prozent Test-Coverage
- dataso-Referenz asseko.ai: Multi-LLM-Konsens, fünf Modelle, rund 375 Kriterien, Fehlerquote unter 0,1 Prozent
- Gründerprofil Dawid Sochacki, Founder & Managing Director der dataso GmbH
- dataso GmbH, Reaktionsversprechen und Kontakt: Antwort werktags binnen 24 Stunden, 30-Minuten-Potenzial-Check
